Wandulf der Waldschmied
Der Floh des Schneiders Schrapp
Der Druide und seine Opfer
Der Wolfsziegel
Gräfin Potocki
Der Ochsenmillionär
Lugge looh
Willi und ... Ostseepiraten

Lugge looh

Vielen Kirchenern ist er noch in Erinnerung: Otto Kasch, Erbauer des Druidenschlößchens auf der „Sohle“ und Verfasser eines Büchleins, das es schon Jahrzehnte nicht mehr gab – bis jetzt. Das „Lugge looh“, ein Bändchen mit Gedichten in Hochdeutsch und in „Kiercher Platt“ wurde vom Betzdorfer Verlag amadeusmedien wieder aufgelegt. Doch damit nicht genug. Der Verlag kreierte sogar ein richtiges Geschenk-Set. Unter dem Namen „Perle an der Sieg“ ist darin nicht nur der Gedichtband, sondern auch eine CD und eine Nostalgie-Ansichtskarte enthalten.

Die CD wurde unter dem Titel „Vergnüglicher Ausflug nach Kirchen“ im hauseigenen Tonstudio des Verlages produziert. Sie enthält eine Auswahl von Otto Kasch’s Gedichten aus dem „Lugge looh“, die mit verbindenen Zwischentexten auch Informatives zum einstigen „Dorf der Millionäre“ und dem Nachbarort Betzdorf liefert.
Das Geschenkset „Perle an der Sieg“ ist ab sofort im Handel erhältlich.

Auf der "Sohle", der Kuppe zwischen Kirchen und Herkersdorf, direkt am viel frequentierten Wanderweg zwischen Siegen und Betzdorf, erbaute Otto Kasch in den 1920er Jahren eine "Erfrischungsstation". Sie wurde bald zu einer beliebten Raststätte für Wanderer, aber auch ein gefragtes Ausflugsziel der Einheimischen.
Zahlreiche Gespräche mit seinen Freunden und Gästen mögen Otto Kasch Inspiration zu seinen Gedichten gewesen sein. Zudem war er Mitglied in mehreren Vereinen, die ja bekanntlich auch als Nachrichtenbörse dienen.
Von der hohen Warte des Druidenschlösschens aus hatte man eine wunderbare Fernsicht. Man blickte über den Ort Kirchen hinweg in das schöne Sieg-Bergland. Aus der Ferne grüßte die Freusburg, auf der gegenüberliegenden Seite ragte der Druidenstein am Horizont hoch

empor, und auch der Ottoturm war nicht fern, von dem man einen noch imposanteren Rundblick hatte, bei schönem Wetter sogar bis ins Siebengebirge und weit ins Siegerland hinein; "Zutaten", die den damaligen Ruf Kirchens als "Perle an der Sieg" festigten.

Aus der einstigen "Erfrischungsstation" wurde nach und nach ein Gasthaus. Nach dem Krieg übernahm seine Tochter Lotte Weinert geb. Kasch das Haus, das unter ihrer sach- und fachkundigen Leitung zum Hotel-Restaurant wurde. Jahrzehntelang gehörte das "Druidenschlösschen" zu den beliebtesten Treffpunkten, wo Einheimische und Gäste Unterhaltung und Geselligkeit pflegten.

Im Laufe der Jahre hat sich das Landschaftsbild gewandelt. Hohe Bäume verdecken heute fast jegliche Aussicht, und die "Sohle" sowie das Gelände unterhalb des Ottoturms wurden bevorzugte Neubaugebiete.

Otto Kasch starb 90-jährig im November 1978.

Inhalt

Selbsterkenntnis, Sieglandperle, Der Enthusiast, Zwischen Sieg und Heller, Hymne auf Betzdorf, Schau die Welt an, Prolog, Mein Schatz, Im Druidenschlösschen, Verzicht, Jägerpech, Nichts zu machen, Jung'sche Lokomotiven, Siegerländer Bleche, Halluzination, Mein Blümelein, Der Siegerländer Berge Zier

En Schdöggchen Moddäherz, Wortschatz, Zwier, zwoo, zwaij, Enlahrungen, Dä Fröhling kümmd, Di leewe Miedsekatze, Hochdeutsch mit Ecken, En kleen Väsehn, Dä zoovälässije Reesende, Good erzoochen, Reesemissgeschegg, Aanschbruchsloss, Die Macht des Geschegges, Dadd Schlemmere, Dä jonge un dä aale Schbillä, Gewirräschdemmung, Wesdäwällä Bläzze, Bellijä Rood, Dä ganze Kerl, En Kierchen es Kiermes.

Leseproben:

Der Enthusiast

Mancher Ort, den es gibt auf Erden,
möcht' besungen heute werden.
Aber Kirchen zu besingen,
wird keinem Komponist gelingen.
Denn für einen Ort, so schön,
gibt es einfach keine Tön'!

Wollte Kirchen jemand malen,
das wäre mit Geld nicht zu bezahlen.
Denn kein Maler dieser Welt,
wäre recht dazu bestellt.
Auch reicht der Farben Fülle nicht -
so schön......

Zwier, zwoo, zwaij

Bladdeutsch ze schwäzzen es sier indressand.
Ech haan selwä fürnähme Leuj gekannd,
di schbroochen Bladd un dään sich wichdich,
un glöfden, wadd se schwäzden, dadd wär richdich.
Doch hefen se meisdens gehürich väbäij.
Su es edd sechä noch nedd enäläij,
Off ech zwier, zwoo orrä zwaij döön saan.
He kümmd edd ömmä noch droff an,
wadd säijn edd für Leuj un wadd saijn edd für Dengä.
Zom Baijschbill:
Z w i e r Männa, Z w o o Frauen, Z w a i j Kennä.

Bai denn Dierä läijd genau su dä Fall.
Hessde Oejsen, Köh un Pärä em Schdaal,
un saijn edd von jeder Gaddung zwaij Schdögg,
dann denk mool ....

Wesdäwällä Bläzze

De Seejenä maachen en Buhejj,
en ganz gewaldije Schdronseräj,
öm ihren R i e w e k o o c h e n,
wi sed bej allem moochen.
Mä bruch sich nedd ze wonnän,
kümmd mä aam Morjen orrä Onnän,
se döschen Riewekoochen obb:
nix drömm, nix draan, nix drenn, nix drobb.
Drejsich Schdögg gohn off en Dällä.

Wenn mier oos, als Wesdäwällä,
di Rieweköchelchä beseh'n,
sahn mir direggd: Di sejjn ze gleen!...



En Kierchen es Kiermes

Jonge, Jonge, edd es wadd loss!
Vom Kellä bis zomm Daachgeschoss
es grues Gedöhn en jedem Haus,
un üwwerall es Fesddaachsschmaus.

Edd es jo Kiermes heud em Ort!
Mä wirfd de Soorgen üwwä Bord,
un schmäjsd sich en de Sonnichsbotz,
derr ganzen ....



Bitte beachten Sie das Urheberrecht! Verlag amadeusmedien, 57518 Betzdorf








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